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  • March 16, 2009 12:00 am

    Das Web als offenes Ökosystem

    Von einem Bekannten wurde ich gebeten doch einen Teil für das Designer Scratchbook zu schreiben.

    here we go:

    (2004-2009) Veränderung

    2004 haben wir realisiert, dass das Web auf dem Weg in eine neue Epoche befindet. Heute haben wir 2009 und es überrascht, wie lang es gedauert hat, bis Web 2.0 wirklich ernsthaften Einfluss auf die breite Wirtschaft genommen hat. Viel Energie und Kapital welches in unzählige neue Internet Start-Ups geflossen ist, haben das Web in den letzten fünf Jahren massiv verändert. Heute gibt es zahlreiche fundamentale Unterschiede und neue Modelle mit dem Nutzer zu interagieren, Produkte zu entwickeln und Technologien zu nutzen, um Innovation zu schaffen und erfolgreiche neue Geschäftsmodelle zu verwirklichen. Aktuelle Studien belegen einen massiven Anstieg an Blogs, Social Networks, Social Media, Peer-Production, offenen Web-Schnittstellen oder Open Source, zeigen aber auch gleichzeitig, dass nur einige Wirtschaftszweige, wie die Medien-, Software- und Werbebranche sich der Kraft des offenen Ökosystems und den verbundenen neuen Methoden bedienen. Die aktuelle Wirtschaftskrise und bevorstehende Konsolidierung in der Start-Up Welt, werden nicht das Ende der Dynamik und Geschwindigkeit bedeuten, sonder alle Beteiligten weiterhin auf die Essenz des Web als offenes Netzwerk und Plattform fokussieren lassen.

    (just now) Wie das offene Web ein neues Bewusstsein in Unternehmen schafft

    Mit dem massiven Wachstum von Social Networks wie Facebook, ist die Sinnhaftigkeit geschlossener „Walled Gardens”, wie sie Portale und zahlreiche autarke Webseiten bieten, in Frage zu stellen. Viel mehr müssen sich Unternehmen auf interaktive Strategien konzentrieren, die es ihnen ermöglichen in anderen Netzwerken statt zu finden und sich selbst anderen Netzwerken, Partnern und Nutzern gegenüber zu öffnen. Auf technologischer Ebene werden Cloud-Computing, Grid-Computing und offene Webservices die bevorstehenden ressourcenbedingten Engpässe optimieren und schließen, die nach Moore mit dem Ende des linearen Wachstums von Rechenleistung einhergehen. Linked Content und die ersten Schritte des semantischen Webs sind keine Zukunftsvisionen sondern verändern schon heute die Struktur und Darstellung von Inhalten. Nur durch die intelligente Verknüpfung von Content-Lieferanten wie z.B. Flickr, YouTube oder Reuters mit semantischen Technologieanbietern wird die gestiegene Zahl an Inhalten für den Nutzer in Zukunft konsumierbar bleiben. Mit diesen aktuellen Trends entwickelt sich das Internet zunehmend zu einem durch mehr Offenheit geprägten Ökosystem. Die Zahl der offenen Schnittstellen, Webservices, Open Source Anwendungen und Mash-Ups bestätigen die Weiterentwicklung und sind schon heute aus dem Web nicht mehr wegzudenken.

    (just now) Offene Schnittstellen als Teil des Ökosystem

    Offene Web-Schnittstellen machen einzelne Komponenten des eigenen Geschäftsmodells wie Daten, Funktionalitäten, oder die Nutzer selbst für externe Programmierer und Websites nutzbar. Durch eine derartige Öffnung bieten sich Unternehmen völlig neue Chancen der Zusammenarbeit in der Weiterentwicklung und Verbreitung des eigenen Produktes im Web. Sie ermöglichen ein um ein vielfaches höheres wirtschaftliches Potential als das, was einzelne Webseiten oder Dienste mit einer rein punktuellen Präsenz erreichen können und zählen damit zu einer tiefgreifenden strategischen Entscheidung, die ein Unternehmen für die Zukunft des eigenen Produktes fällen kann. So zum Beispiel besaß die Twitter API schon 2007 ein zehnfach höheres Traffic-Volumen als die reine Website. Ohne die Öffnung über eine Schnittstelle wäre der rasante und vor allem der durch Viralität geprägte Erfolg des Microbloggingdienstes wohl nie so bahnbrechend gewesen. Dennoch stellt die Frage nach der Monetarisierung vieler APIs, wie auch bei Twitter, eine der größten Herausforderungen dar. Ein sensibler Umgang mit der Akzeptanz der Nutzer und Partner für die extern genutzten Daten oder Funktionalitäten Geld zu zahlen, zählt damit zu einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren und verlangt von den Anbietern ein hohes Maß an Experimentierfreudigkeit und Kundenverständnis. So stellen die meisten Anbieter offene Schnittstellen im Moment für die private Nutzung kostenlos zur Verfügung und generieren Umsätze erst durch eine kommerzielle Nutzung. Die Frage in wie weit und mit welchen Daten und Funktionalitäten sich ein Unternehmen öffnen will, ist meist nicht einfach zu beantworten. Neben umfangreicher technischer Kompetenz und einem starken Verständnis für die Bedürfnisse der Nutzer ist und bleibt die größte Herausforderung letztlich die Bereitschaft Kontrolle an den Nutzer abzugeben.

    Offene Architektur der Kollaboration über Web APIs, offenes Rechtemanagement und offene Geschäftsmodelle stellen für Anbieter, Entwickler und Nutzer Mehrwerte, aber auch Herausforderungen dar und haben ihr hohes Potential derzeit bei weitem noch nicht ausgereizt. Isolierte Websites oder Services können nicht an den Netzwerkeffekten partizipieren und versäumen so ihr Potential voll auszuschöpfen. Die Philosophie offener Ökosysteme in das Bewusstsein von Unternehmen und Nutzern zu rücken ist daher der erste große Schritt.

    Quellen: web2.socialcomputingmagazine.com, programmableweb.com, socialpudding.com